Noch um 1870 lebten auf Harriersand nur sieben Einwohner.
Die heute längste Flussinsel Deutschlands bestand ursprünglich aus sieben einzelnen Inseln, die anlässlich einer Weserkorrektur zwischen 1924 und 1932 zu einer Insel vereint wurden. 1926 wurde das Strandbad mit der Strandhalle eröffnet, das sogenannte "Sylt Bremens" und zog große Menschenmassen an, die mit drei Schiffen über die Weser gebracht wurden. In den 30er Jahre entstanden zu den 3 bestehenden Höfen 14 Domänenhöfe und gehörte zum Landkreis Wesermarsch. Es bestand keine Verbindung zum Festland, alle Waren, Tiere usw. musste über die Weser mit Kähnen transportiert werden. Milch wurde zentrifugiert und vom Sahneschiff abgeholt. Die Schulkinder mussten jeden Tag mit dem Boot nach Brake gebracht werden oder selbst rudern.
Die schwere Sturmflut am 17. Februar 1962 gab den Anstoß zum Bau einer 70 Meter langen Brücke, über die kleine Weser Richtung Rade, die 1965 fertiggestellt wurde. Ein weiterer großzügiger Straßenausbau wurde nicht genehmigt. Durch die niedersächsische Gebiets- und Verwaltungsreform 1974 wurde Harriersand mit heute rund 64 Einwohnern Teil der Gemeinde Schwanewede.
Längst gehören heute auch Sommergäste zum Bild der Insel.
Es gibt rund 150 Wochenendhäuser und einen Zeltplatz, die Strandhalle, Ferienwohnungen sowie die Fußgänger-Fahrradfähre Guntsiet. Es ist ein Genuss auf dem 11 km Naturstrand entlang der Weser zu spazieren bei ablaufendem und auflaufendem Wasser, oder bei Hochwasser am Strand liegen, baden oder Schiffe gucken.